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Tipps bei Arbeitskräftemangel und Inflation im Gastgewerbe

Das Gaststättengewerbe ist mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert, der die Preise steigen lässt. Restaurants haben Schwierigkeiten, Stellen für Köche, Kellner und Hausmeister zu besetzen, weil die Arbeitszeiten lang und die Bezahlung niedrig ist. Infolgedessen greifen viele Restaurants auf ausländische Arbeitskräfte oder automatisierte Kioske zurück, um die Lücken zu füllen. Dies führt zu einer Inflation im Gaststättengewerbe, da die Restaurants gezwungen sind, die Preise zu erhöhen, um ihre Kosten zu decken.

Die Sicht des Gastes

"Heute vielleicht keine Vorspeise und auf das Dessert verzichte ich auch." 

"Bestellen wir lieber den Günstigeren Wein oder trinken lieber nur ein Wasser?"

"Eine Nacht weniger übernachten tut es auch.

So oder so ähnlich werden Gäste in Zukunft entscheiden. Auslöser ist die Inflation, die die Preise steigen lässt.

Die Sicht des Gastronom*in und Hotelliers

  • weniger Marge
  • weniger Service
  • weniger Komfort
  • weniger Extras

"Die Preise kann ich doch gar nicht mehr weitergeben?" Oder?

So sieht der Teufelskreis aus: Die Preise steigen, die Löhne in Folge dessen auch, das verteuert die Produktion und somit die Preise.

Was bedeutet die Inflation für das Gastgewerbe?

Das es teurer wird ist klar. Aber was genau? Gerade für die Gastronomie und Hotellerie bedeutet das höhere Energiekosten, höhere Lebensmittelkosten, höhere Personalkosten und teurere Instandhaltungskosten. Schauen wir uns doch mal an, was das bedeutet.

Die Inflation bei Lebensmitteln

Die Lebensmittelpreise haben einen erheblichen Einfluss auf die Kosten für den Betrieb eines Unternehmens, da sie einen großen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Wenn die Inflation hoch ist, müssen Restaurants mehr für Lebensmittel bezahlen, was zu höheren Preisen für die Verbraucher führt. Dies kann dazu führen, dass die Menschen weniger auswärts essen gehen, was die Gewinne der Restaurants schmälert. Darüber hinaus sind auch Unternehmen, die auf den Verkauf von Lebensmitteln angewiesen sind, wie z.B. Catering-Unternehmen, von der Inflation betroffen.

Bei vielen Lebensmitteln beobachten wir einen Preisanstieg um bis zu 80 %. Bei Mehl z.B. verzeichnen wir aktuell sogar einen Anstieg um ganze 300 %. Bei Wein sind es 20 %

Das hebt natürlich die Preise auf der Speisekarte erheblich, da die Margen sehr gering werden.

Die Inflation bei Personalkosten

Wenn die Preise steigen, sollten auch die Löhne steigen. Wenn die Menschen sich weniger leisten können, kann man der Inflation nicht entgegenwirken. Das Gastgewerbe hat ohnehin mit einem hohen Personalmangel zu kämpfen, da sich viele Mitarbeiter während der Pandemie nach neuen Jobs umgesehen haben und diese nun nicht mehr verlassen sondern sich in anderen Branchen wohlfühlen. Ein Grund mehr um das Thema Löhne genau unter die Lupe zu nehmen. Wer nicht zahlen will hat kaum eine Chance gutes Personal zu finden.

Lesen Sie auch unseren Artikel "So geht Mitarbeiterbindung im Gastgewerbe".

Die Inflation bei Energiekosten

Gerade Hotels haben hohe Energiekosten. Gäste wollen warme Zimmer, öffnen oft das trotzdem die Fenster oder lassen das Licht einfach brennen. Hotels müssen Komfort bieten. Da gehören Aufzüge, Schwimmbäder und Klimaanlagen dazu. Das verursacht sehr viel Energieverbrauch.

Während der Inflationsdruck weiter zunimmt, steigen die Energiekosten in einem alarmierend schnellen Tempo. Die Gas-, Öl- und Strompreise sind in den letzten Monaten in die Höhe geschnellt, da der Konflikt in der Ukraine seinen Tribut auf den globalen Märkten gefordert hat. Dieser Trend wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus, da sowohl Unternehmen als auch Verbraucher den Preisanstieg zu spüren bekommen. Restaurants und Hotels gehören zu den am stärksten betroffenen Branchen, da ihre Kunden zunehmend zurückhaltend sind, wenn es darum geht, Geld für diskretionäre Dinge auszugeben. Die jüngste Lockerung der Covid-19-Beschränkungen hat zwar den Optimismus im Gastgewerbe gestärkt, doch es bleibt abzuwarten, ob dies ausreicht, um die negativen Auswirkungen der Inflation auszugleichen. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Verbraucher ist es wahrscheinlich, dass die Unternehmen auch in den kommenden Monaten den Druck spüren werden.

Die Inflation bei Instandhaltungskosten

Der Unterhalt wird immer teurer aber für viele bleibt er eine Notwendigkeit. 

Es ist über zwei Jahr her, dass die Pandemie ausbrach, und wir spüren ihre Auswirkungen noch heute. Rohstoffknappheit und Lieferengpässe haben es schwierig gemacht, Ersatz für nicht verfügbare Produkte zu beschaffen, und die Inflation hat alles teurer gemacht. Infolgedessen sind Wartung und Reparaturen viel teurer geworden. Auch wenn wir langsam wieder zur Normalität zurückkehren, hat die Pandemie nachhaltige Auswirkungen auf unsere Wirtschaft hinterlassen, die noch jahrelang zu spüren sein werden.

Was Gastronomen und Hotels tun können

Wenn die Kosten für die Geschäftstätigkeit steigen, haben Unternehmen zwei Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen. Sie können entweder die Preise erhöhen oder die Kosten senken. Wenn sie sich ausschließlich auf Preiserhöhungen verlassen, würde dies bei den Kunden nicht immer auf Verständnis stoßen und könnte zu Umsatzeinbußen führen. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Kosten zu senken. Dies kann geschehen, indem man Wege findet, effizienter zu werden, oder indem man die Ausgaben kürzt. Kostensenkungen können zwar schwierig sein, sind aber auf lange Sicht eine gute Option, da sie dazu beitragen, die Preise niedrig zu halten und das Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen.

Eines ist jedoch klar. Preissteigerungen können nicht ausbleiben und müssen auch an die Gäste weitergegeben werden. Dies muss allerdings mit einer Kosteneinsparung einhergehen, denn den vollen Preisanstieg werden die Kunden nicht tragen können bzw. wollen.

Tipps um Kosten einzusparen

Lebensmittel

Fast die Hälfte aller Lebensmittel in der Gastronomie werden weggeworfen. Und da die Inflation gerade bei Lebensmitteln und Getränken mit unter am höchsten ist, kann man hier auf jeden Fall Kosten einsparen.

  • Einmalpackungen beim Frühstücksbuffet haben oft ohnehin zu viel Inhalt und produzieren viel Müll. Suchen Sie nach Alternativen. 
  • Beilagen werden häufig viel zu üppig gereicht. Achten Sie auf eine sinnvolle Verteilung der Portionsgrößen.
  • Brot könnte nur auf Wunsch serviert werden und auch hier kann die Menge oft reduziert werden
  • Eine Speisekartenoptimierung sollte auf jeden Fall stattfinden
  • Suchen Sie nach gleichwertigen aber preiswerteren Alternativen für z.B. Lachs oder Gemüse. Oft können saisonale oder lokale Produkte günstiger eingekauft werden ohne Qualitätsverlust.
  • Die Verendung von Convenience- oder Teil-Convenience Produkten können die Produktionskosten optimieren.

Wieviel Convenience verträgt die Gastronomie eigentlich? Dieses spannende Thema haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Energiekosten sparen

Gastronomen und Hoteliers können Energiekosten sparen, indem sie ein paar einfache Änderungen in ihrem Betrieb vornehmen. Eine einfache Möglichkeit, Energie zu sparen, besteht darin, das Licht und andere Geräte auszuschalten, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Eine andere Möglichkeit, Energie zu sparen, besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Geräte ordnungsgemäß gewartet werden, damit sie effizient laufen. Restaurants und Hotels können auch Energie sparen, indem sie energieeffiziente Glühbirnen installieren und Klimaanlagen und Heizungssysteme verwenden, die auf die richtige Temperatur eingestellt sind. 

  • Verzichten Sie auf alte Kessel oder Pfannen die unnötig Kochzeiten verlängern
  • Verwenden Sie LED Leuchten oder Bewegungsmelder
  • Prüfen Sie Ihre Kühlgeräte. Oft kann ein Grad mehr oder weniger viel ausmachen
  • Minibars sind Energiefresser. Vielleicht können Sie diese nur auf Kundenwunsch einschalten.
  • Passen Sie Raumtemperaturen an. Schon 1 Grad weniger spart bereits 5% der Heizkosten. 

Innovative Lösungen in Richtung Nachhaltigkeit

Eine der bemerkenswertesten Veränderungen betrifft die Art und Weise, wie Unternehmen Nachhaltigkeit betrachten. In der Vergangenheit wurde Nachhaltigkeit oft als "Nice-to-have"-Option betrachtet, doch heute wird sie als Notwendigkeit angesehen. Dieser Wandel ist vor allem darauf zurückzuführen, dass nachhaltige Praktiken häufig zu einer effizienteren Ressourcennutzung führen, wodurch Unternehmen auf lange Sicht Geld sparen können. Infolgedessen setzen immer mehr Unternehmen auf nachhaltige Praktiken, um Geld zu sparen und ihre Bilanz zu verbessern. Dies ist sicherlich eine positive Entwicklung, aber es muss sichergestellt werden, dass die Qualität nicht im Namen der Effizienz geopfert wird. Schließlich sollte das Ziel darin bestehen, eine nachhaltige Zukunft für alle zu schaffen, nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können.

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